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- Netlabels - Free Art since 1989!
Netlabels - Free Art since 1989!
Ein interessanter Bericht über die Geschichte der Netlabel Szene/Kultur

Was ist "Netaudio" ?

Ein wenig Geschichte über die Kultur und Entwicklung der Netlabel Szene.

(Text entnommen von Phlow.net - Magazin für Musik- und Netzkultur)


Netlabels - Free Art since 1989!

Netlabels entertainen, indem sie lizenzfreie Musik im Internet veröffentlichen. Für lau. D.h. man kann sich die Files ziehen und darf sie zu privaten Zwecken nutzen. Man darf sie öffentlich aufführen, man darf sie brennen und seinen Freunden geben. Nur darf man sie nicht stehlen. Das solche Fälle aber auch vorkommen, und entlarvt werden, war in der De:Bug und auf Technoforum.de neulich zu lesen.

"My drive for working with the online label is basically that of helping out friends as much as possible." Mike / Observatory Online

"openminded/ idealistic/ friendshipbased/ independent/ global/ political/ opensource expression/ vision/ poetry/ communication/ art.binary freedom/ subversiveness/ passion. no media-hustling/ dotcom-pimping/ corporal structures/ ads/ etc, just highquality free downloads."

TokyoDawn Philosophy


Musik-MP3-Portal vs. Net-Label

Man bietet dem Künstler, der sich dazu entschließt seine Tracks auf einem Netlabel zu veröffentlichen, eine familiäre Plattform an und promotet die Werke zielgruppengerecht. Im Gegensatz zu Portalen wie mp3.com oder besonic.com, wo man ein Künstler von einer Million ist, findet man in einem Netlabel meist eine familiäre Atmosphäre bzw. Struktur vor. Als Künstler merkt man schnell, daß es sich bei Netlabeln fast ausschließlich um Musik selbst dreht.

Im Gegensatz zu Portalsites, deren Newsletter meist mit allerlei Spam dekoriert sind, erhält man beim Netlabel eine ungleich nützlichere Promotion. Obendrei reihen sich die Musikstücke die veröffentlicht werden, zumeist nahtlos in den Backkatalog des Labels ein und gehen nicht unter, wie auf den unübersichtlich designten Artistpages der Portal-Sites, die vor allem versuchen mit Werbeinhalten in die eigene Tasche zu wirtschaften. Der einzige Unterschied zum realen Label ist somit: keine Künstler-Verträge, kein Druck, keine Verpflichtungen, keine Exklusivanbindung, keine physikalischen Veröffentlichungen und demzufolge auch kein Geld.

"Randomajestiq haben sich z.b. sehr bedankt. Für sie war Subsource ein richtiges Sprungbrett."

[in]anace / Subsource


MIKE: "We try and offer all artists involved with Observatory a friendly community where, feedback, contacts, and opportunities are constantly available. Also, as the popularity of Observatory continues to grow, every release is guaranteed the attentions of hundreds of listeners per month, which opens up many opportunities for the artists involved."

Das Tracker-Phänomen

Die Grundweichen wurde 1987 gelegt, vom seinerzeit bekannten C64 Musiker Karsten Obarski (Oil Imperium, Traders). Dieser entwickelte den "Ultimate Soundtracker". Ein kleines Sequenzer Programm für den Amiga, mit welchem man auf vier voneinander getrennten Spuren (engl. "Tracks", daher Tracker) 8bit Mono Samples arrangieren konnte. Dabei setzte man die Samples in Form von Noten auf die einzelnen Spuren und das Programm pitchte (veränderte die Tonhöhe) die Samples relativ zur eingegebenen Notenhöhe.

Das machte vor allem "tierisch" Spaß, wobie der Klang des Ganzen erst jedoch einmal sekundär behandelt wurde. Wer sich in das Programm einarbeitete, war binnen kürzester Zeit in der Lage kurzweilige Songs zu schreiben, auf Diskette zu kopieren und seinen Freunden mitzugeben. Nachdem Karsten Obarski aber sah, daß sich sein Programm mies verkaufte, und unzählige Kopien oder Cracks des Ultimate Soundtrackers im Umlauf waren, stellte er die Entwicklung des Programms ein.

Der Aufbau einer virulenten Szene

1990 erschien dann der mittlerweile legendäre Pro-Tracker auf dem Amiga, und die Entwickler stellten den Source-Code beizeiten ins Netz, so daß andere Groups das Programm weiterentwickeln konnten. Zu dieser Zeit blühte die BBS-Mailbox-Scene, und somit dauerte es nicht lange bis die ersten Mods auf speziellen Boards, und später auf den ersten großen FTP Archiven wie Hornet.org oder im Aminet vertrieben wurden.

Katalysierend für den Aufbau der Module Scene wirkte sich vor allem der Open-Source Charakter der .mod Files aus. Zwar gab es schon rudimentäre .mod Player, am meisten Spaß machte es aber immer noch die .mods direkt im Pro Tracker zu öffnen. Denn dort erhielt man den direkten Einblick in die Song- bzw. Patternstruktur und Technik und konnte das Musikstück wie vom Notenblatt mitlesen.

!Mono! - Eklektik. Elektronik. Musik.

Ab 1994 und der damals beginnenden Verbreitung des Internets begann man seine Treffen von den BBS Boxen ins IRC zu verlegen. Dort chattete man in speziellen Channels, tauschte sich aus und verbündete sich. Kein Wunder also, das hier die ersten Netlabels entstanden: "Kosmic Free Music Foundation" und das aus dem Westfälischen Herne administrierte "Radical Rhythms".

h0l, der spätere Gründer Monos war selbst schon diverse Jahre in der Amigascene unterwegs und machte sich so seine Gedanken:

h0l: "What basically happened was that I was mainly a part of the Amiga scene, but had started getting into the PC scene a little bit - though I didn't own a PC, I joined Valhalla (PC demo-group) in 1995, and also Basehead heard my stuff and invited me to join the PC music-group Kosmic. So I took a look at how music-groups like Kosmic and Radical Rhythms were doing this weird thing of packaging music with text files and 'releasing it' on the PC, and decided to do that myself. This was a bit strange in Amiga times, because you just released a music-disc or sent out a .MOD on its own if you wanted people to hear your stuff. But it seemed like a good idea at the time. There was actually an Amiga intro released concurrently with the first release.'

SR: 'How came that from scratch you had a team with 8 musicians?'

h0l: They were all people I knew through the Amiga demo-scene, and people I knew who'd been writing a lot of great music which was just getting sent to 2 or 3 people on floppy disc. I wanted it to get out there and get a lot more attention - hence Mono.'

SR: 'Can you tell us the importance of BBS Mailboxes for Mono in the first years?'

h0l: 'We used BBSes almost exclusively to start with, because the Net was _very_ rudimentary. We did start uploading to Aminet (the main archive at that time!) pretty quickly, though, but it wasn't for a year or two until the Net really became the main method of spreading releases. Having BBSes was cool because featured boards would be 'HQ's for your group.. exclusivity is fun!'

SR: "How much time did you put in Mono?"

h0l: "Early on, quite a lot, since there was a release every 3 days or so for a lot of the first couple of years - I was very committed at that stage! It doesn't take that long to release tunes.. 2 or 3 hours of my time, if all the wheels are greased, but it does take a long time just talking to people, checking out tunes, and deciding what to release - quality is paramount.'

SR: 'Can you tell me some special occasions which later revealed as pretty significant for the further development of mono?"

h0l: 'There's been a few. When we set up a regular webpage for the first time on geocities, and then when we moved to scene.org.. when we started releasing .ZIP files as well as .LHAs of all the releases. When we decided to start Monotonik, mainly to release Distance/Lackluster's stuff - this predicted a major change of direction! When we told Subi to go off and play in his own sandpit ;) When we went mp3-only (see next question!)'

ftp.scene.org, das WTC der Scene

Um 1997/1998 gab es die meisten Netlabels. Zu jedem erdenkbaren elektronischen Musicgenre gab es mehrere Labels. Mit ftp.scene.org entstand das WTC der Scene, alle neue Produktionen der bekannteren Groups wurden dort als erstes gespreadet. Die Releases wurden in Usegroups, und im Ircnet besprochen. Kurzum, Die Globalisierung der Module Scene war auf ihrem Höhepunkt.

Die Blütezeit hielt Stand bis zur fortschreitenden Entwicklung von MP3. Die meisten fortgeschritteneren Musiker begannen nun von Trackern zu Softsynths umzusatteln um ihre Möglichkeiten zu erweitern. Mit Mp3 verschwand auch der Opensource Faktor der Netlabels, die Songs waren fortan "nur" noch im Mp3-Player anhörbar, man konnte sie nicht mehr öffnen. Auch die Größe eines Mp3 Files schreckte viele User ab, waren die Module meist kleiner als 1 MB, richtet sich die Filegröße eines Mp3s nach der Länge des Songs.
Zu Zeiten des Modems, als auch ISDN gehobener Luxus war, konnte ein Mp3 download eine ganze Weile dauern, was man von den Modulen nicht kannte.

Mono war hier Vorreiter und das erste NetLabel, daß seine Releases komplett auf Mp3 umstellte.

h0l: "I think some people have misunderstood this as some major ideological 'we hate open source' argument or something. The reasons we wanted to go mp3-only, from my point of view, were simple. The vast majority of our artists had stopped making .MODs, and a good number of them were still making .MP3s. We still wanted the same artists, and we wanted high quality - so we needed to switch to .MP3. There's a point in the life of any technology where the pioneers move on to another format, and my view was that we'd reached that point. It's nothing to do with modules being 'open source' (which was, no matter how much people like the idea of 'freedom' nowadays in .MODs, more of a happy positive for the format than a feature!) Oh, and finally - we're actually back to releasing .SIDs, .MODs and so on nowadays, because we can see their value. So, don't hate us, .MOD-loving world! Much :P'

OGG Vorbis für ein bisschen mehr Freiheit

Durch die Standardisierung des Mp3 Formats gingen viele Module Netlabels ein und stellten ihre Tätigkeiten ein. Nur die wenigsten gingen mit der Zeit und switchten um auf MP3. Eines der Labels mit Attitude das mitswitchte, ist das vom Deutsch-Australier Prymer geleitete Tokyo Dawn Records, welches zusätzliches Aufsehen erregte durch die zusätzliche Präsenz auf mp3.com.

Prymer: Der Grund war v.a. Promo, aber auch Kohle, klar. Mit den lofi-MP3s auf MP3.COM wollten wir vorwiegend zusätzliche Aufmerksamkeit für die hifi-OGGs auf TOKYODAWN gewinnen, das war schon okay. Aber als mp3.com ihre neuen, recht dubiosen AGBs durch die Hintertür einführte, nahmen wir unsere Musik zurück, da fühlten wir uns verarscht. Das einzige Stück, das wir auf unserer mp3.com page liessen war 'Pimp Knowledgy', eine spoken word Nummer, die in Silicon Valley aufgenommen wurde und allen Mediahustlers herzlich gewidmet ist. Nach dem move war einiges los- ein Magazin plante sogar ein Streitgespräch zwischen mir und dem Chef von MP3.COM, aber soweit kams leider doch nie..

TDR setzen seit 2001 ausschließlich auf das .ogg Format, wider dem Bewußtsein, daß immer noch viele, technisch nicht versierte, Surfer ihre Files nicht abspielen können, weil das .ogg Plugin erst in den jüngeren Versionen serienmäßig im Winamp integriert ist.

Prymer: Anfang 2001 haben wir tatsächlich den Großteil unserer Hörer wegen dem Switch zu .OGG verloren, aber damit mußten wir rechnen. die Musikqualität und der Opensource-Gedanke sind uns nun mal wichtiger als beeindruckende Besucherstatistiken- wir sind ja keine Dotcom, sondern Musikliebhaber. TOKYODAWN ging auch schon früh mit den KBPS-Raten hoch, obwohl uns das viele Hörer kostete. Aber inzwischen sind das ja längst gefestigte Standards, darum müssen wir uns keine Gedanken mehr machen. Der Wechsel zu freien Opensource-Formaten wie OGG ist auch bloss ein winziger schritt hin zu autonomen Inhalten im Netz, da muß noch ganz anderes passieren!

Die von 1998 an gegründeten Mp3-Netlabels zähle ich zu deren "zweiten" Generation. Zu den bekanntesten Vertretern gehören neben dem Subsource Konglomerat auch No Type, wo auch Tomas Jirku oder Claudia Bonarelli releases hatten. Die Netlabel Scene von heute erlebt langsam, aber sicher, ihren dritten Frühling. Hoffnungsvolle Netlabels (z.B. Observatory Online oder Kikapu) sind an den Start gegangen bringen und verbreiten frischen Wind. The Future looks bright.

Fernab von Soulseek oder KaZaa gibt es also eine seit Jahren blühende Szene, die dem verwöhnten User, ebenbürtig zu Hardware Releases, hi-quality Musik anbietet jeglicher elektronischer Genres. Man muß sich nur die Zeit nehmen sich durch die vielen verschieden Labels durchzuforsten um die Perlen zu finden, von denen es definitiv viele gibt. Den Sammler spricht an, daß er sich gleich dazu noch den kompletten Backkatalog downloaden kann. (Sebastian Redenz)

Info zum Autor: Sebastian Redenz ist Gründer und Label-Head von Thinner, einem der bekanntesten Netlabel mit Fokus auf Minimal Dub Techno House-Veröffentlichungen.


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